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Römische Kelteranlage zum Anfassen

Die römische Großkelteranlage von Piesport, die aus dem 3./4. Jahrhundert n. Chr. stammt, wurde in den Jahren 1985/86 entdeckt. Sie befindet sich am westlichen Ortsrand von Piesport und umfasst mehr als zehn Räume sowie sieben Becken zur Weinproduktion. Die Anlage war ursprünglich mehr als 44 Meter breit und 20 Meter tief, wobei die Vorderfront bis ans Moselufer reichte und durch Hochwasser beschädigt wurde. Besonders bemerkenswert ist die Anordnung der Becken, die aus einem Kalk-Ziegelgemisch mit abgedichteten Winkeln gebaut waren. Diese Becken dienten der Maischebereitung, Kelterung und dem Auffangen des Mostes.
Insgesamt gab es mehrere Becken unterschiedlicher Größe, darunter zwei große für die Maische und kleinere für den Most. Einige Becken enthielten Hinweise auf einen Baumkelter mit einem schweren Stein und Pfostenlöchern, die auf eine frühe Art der Weinpressung hinweisen. Die Anlage verfügte auch über ein gemeinsames Sammelbecken und zusätzliche Becken, die später hinzugefügt wurden, um das steigende Fassungsvermögen zu decken.
Zusätzlich fand man Kellerräume, darunter einen mit einem Hypokaustum, das auf eine vorzeitige Reifung des Weins durch Rauch hindeutet, eine Methode, die in antiken Quellen beschrieben wird. Die Funde deuten darauf hin, dass die Anlage bis ins frühe Mittelalter genutzt wurde, und geben Aufschluss über die Weinproduktion der Region. Es wird vermutet, dass die Kelteranlage von einer größeren, möglicherweise staatlichen Einrichtung betrieben wurde, die möglicherweise für den kaiserlichen Hof oder die Verwaltung in Trier arbeitete. Die Größe der Anlage lässt auf eine Rebfläche von mindestens 10 Hektar schließen, mit einer möglichen Produktion von 60.000 Litern Wein.

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 Kelterführungen - auch gerne mit einem Gläschen Wein -  können individuell bei der Touristinformation gebucht werden. Wir freuen uns auf eure Anfrage.